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Studenten ohne Abitur sind ähnlich erfolgreich wie Kommilitonen


Studieren ist auch ohne Abitur möglich – zum Beispiel mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Dabei erzielen Studenten ohne Abi keine schlechteren
Ergebnisse als ihre Kommilitonen. Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und der Humboldt-Universität Berlin. Demnach gibt es schon im dritten Semester fast keine Unterschiede mehr zwischen den Noten von Studierenden ohne und mit Abitur. Bis zum fünften Semester haben die sogenannten nicht-traditionellen Studenten ähnlich viele Leistungspunkte gesammelt wie ihre Nachbarn in Seminar oder Hörsaal. Und auch bei den Examensnoten gibt es nur kleine Unterschiede.


IMMER MEHR DUALE STUDIENGÄNGE


Die Zahl der dualen Studiengänge in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Berufs-
bildung (BIBB) hervor. Im Jahr 2016 gab es demnach 1592 duale Studiengänge, 2006 waren es erst 608. Gut die Hälfte der Studiengänge (805) sind sogenannte praxisintegrierende Angebote, die Arbeit im Betrieb und ein Studium kombinieren. Bei weiteren 565 Angeboten handelt es sich um ausbildungsintegrierende Studiengänge, hier erwerben Teilnehmer also gleichzeitig eine Berufsausbildung und einen Hochschulabschluss. Hinzu kommen 222 Mischformen. Die Zahlen des BIBB basieren auf den Inhalten der institutseigenen Datenbank AusbildungPlus.


Abiturienten haben als Azubi eventuell Einstiegsprobleme


Der Start in die Ausbildung kann für Abiturienten eine Art Kulturschock sein. Das gilt vor allem, wenn sie aus Akademikerfamilien kommen und nur das Gymnasium besucht haben. Denn häufig fehlen dann entsprechende Erfahrungsberichte der Eltern und Orientierungsangebote zur Berufswahl, die es vor allem an Mittel- und Realschulen gibt. Praktika und andere Schnuppermaßnahmen können dabei helfen, einen solchen Kulturschock zu verhindern. Probleme kann es während der Ausbildung aber trotzdem geben, zum Beispiel bei der Teamarbeit im Betrieb: Denn während es in Oberstufe und Studium eher um Selbstständigkeit und Eigenverantwortung geht, dominieren in Betrieben die festgelegten Abläufe. Sind Azubis mit Abitur dann noch ein paar Jahre älter und vielleicht reifer als ihre programmiert. Betriebe können hier gegensteuern, indem sie leistungsstärkeren Azubis Sonderaufgaben geben oder frühzeitig mit ihnen über Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sprechen. Gleichzeitig sollte aber klar sein, dass Verhaltensregeln für alle gelten – auch
für ältere und reifere Azubis.


Azubis bei Haftpflicht oft über Eltern versichert


Eine Haftpflichtversicherung ist wichtig: Sie springt ein, wenn Versicherte einen Schaden verursacht haben. Auszubildende brauchen nicht in jedem Fall eine eigene Versicherung abschließen, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Denn häufig sind sie über die Eltern mitversichert. Die Voraussetzungen: Die Eltern haben eine Haftpflichtversicherung, die Kinder einschließt, es ist die erste Berufsausbildung, und der Auszubildende ist nicht verheiratet. Wenn die Ausbildung beendet ist, brauchen die Kinder eine eigene Police.

Ehrenamt hilft weiter


Ein Ehrenamt im Lebenslauf kann Bewerbern entscheidende Vorteile bringen. Das gilt vor allem für angehende Azubis und junge Berufseinsteiger, die sonst noch nicht viel Job-Erfahrung vorweisen können. Im Lebenslauf gehört das Ehrenamt unter den Punkt „Praktische Erfahrungen“, erklärt die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Berufswahlmagazin auf Planet-Beruf.de. Darüber hinaus können Bewerber die Institution, bei der sie sich engagiert haben, um eine Bestätigung bitten: So erfahren potenzielle Arbeitgeber noch mehr darüber, was man genau wo gemacht hat. Im Anschreiben erwähnen sollten Bewerber ein Ehrenamt dagegen nur, wenn es zum gewünschten Job passt: Wer Notfallsanitäter werden will und schon Schulsanitäter war, kann darauf natürlich
hinweisen. Doch auch Ehrenämter, die auf den ersten Blick nichts mit dem künftigen Beruf zu tun haben, können ein Pluspunkt sein. Zum Beispiel, weil sie Hinweise auf soziale und andere Kompetenzen geben – Teamfähigkeit oder Organisationstalent etwa.


Flunkerei im Lebenslauf fliegt auf


Bessere Noten, zusätzliche Erfahrungen oder Qualifikationen sollte man nur in seinen Lebenslauf packen, wenn sie auch stimmen. Denn eine frisierte Bewerbung fällt Personalverantwortlichen auf. Einer aktuellen Studie zufolge haben 71 Prozent der im Rahmen der Erhebung befragten Personalchefs schon einmal einen Bewerber aufgrund falscher Angaben im Lebenslauf aussortiert. Dafür sind die Angaben heutzutage viel zu einfach überprüfbar: In Zeiten des Internets und der sozialen Netzwerke gibt es kaum noch Geheimnisse, auch kennen sich viele Personalchefs untereinander und tauschen sich mitunter auch aus.


Unterforderte Azubis können zusätzliche Qualifikationen erwerben


Manchen Azubis fällt die Lehre sehr leicht, möglicherweise fühlen sie sich sogar unterfordert. Damit das nicht in Langeweile umschlägt, können die Jugendlichen zusätzliche Aufgaben übernehmen oder weitere Qualifikationen erwerben. Darauf weist das Portal „Stark für Ausbildung“ hin. So können sie zum Beispiel Veranstaltungen übernehmen oder Kundenkontakte pflegen, selbst wenn das nicht zu ihren Kernaufgaben gehört. Oder sie absolvieren ergänzend ein IT-Training oder Sprachkurse. Welche Möglichkeiten es gibt, lässt sich am besten im regelmäßigen Feedbackgespräch zwischen Azubi und Ausbilder klären. Das Portal „Stark für Ausbildung“ ist ein gemeinsames Projekt der DIH-Gesellschaft für berufliche Bildung und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH).


Überstunden und unsinnige Aufgaben: Tipps gegen Azubi-Ärger


Viele Azubis klagen über Ärger im Betrieb oder in der Berufsschule, wie der Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt. Was sind die größten Probleme? Und was können Betroffene tun? Beispielsweise schlechter Unterricht: Viele Azubis fühlen sich von der Berufsschule nicht genug auf die Theorieprüfung vorbereitet. Betroffene sollten daher rechtzeitig Alarm schlagen, rät Manuela Conte, Bundesjugendsekretärin beim DGB. Anlaufstellen sind die Ausbildungsvertretung und der Betriebsrat oder die Gewerkschaften vor Ort, die auch bei anderen Problemen weiterhelfen. Auch Überstunden sind ein heikles Thema. „Azubis sollen einen Beruf erlernen, Überstunden sind da nicht vorgesehen“, sagt Conte. Vor allem für minderjährige Azubis gilt eine strenge Arbeitszeit-Höchstgrenze von 40 Stunden pro Woche. Kommen Überstunden trotzdem vor, muss der Ausbilder sie entweder mit Geld oder mit einem Freizeitausgleich vergüten. Und immer wieder müssen Azubis unpassende Aufgaben erledigen, beispielsweise das Auto vom Chef waschen oder stundenlanges Kopieren. Das gehört aber nicht zur Ausbildung. Bestes Gegenmittel ist der betriebliche Rahmenplan für die Ausbildung.
In dem Dokument steht genau, welche Tätigkeiten Teil der Ausbildung sind.


Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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