Praktika sind enorm hilfreich



Über sie lernt ihr ein Berufsbild in der Praxis kennen und könnt herausfinden, ob ihr in dem jeweiligen Job eine echte Zukunft habt

von Sven Schneider


GUT ODER SCHLECHT


Ganz klar: Wer während eines Praktikums lediglich die Kaffeemaschine oder den Kopierer bedient, hat seine Zeit verschenkt. Dafür ist ein Praktikum nicht da. Schlimmer noch: Ihr lernt den Beruf, wenn überhaupt, nur von einer langweiligen und schlechten Position kennen. Natürlich gehört es dazu, mal so etwas zu machen. Aber es darf nicht die Regel sein. Ein gutes Praktikum führt euch die jeweiligen Arbeitsbereiche vor Augen und fordert euch auch. Ihr solltet machen dürfen – und wenn es auch nur kleinere Arbeiten sind. Was an sich normal ist, da ihr ja noch gar keine echte Ausbildung oder Erfahrung in dem jeweiligen Job habt. Im Praktikum aber könnt ihr erste Erfahrungen sammeln.


Die Nebeneffekte


Praktika sind nicht nur dann erfolgreich, wenn es euch gefallen hat. Kommt ihr zu dem Schluss, dass der angestrebte Beruf vielleicht doch nicht so toll ist, hat es ebenso seinen Zweck erfüllt. Schließlich geht es ja
darum, die eigenen Vorstellungen von einem Beruf unter echten Bedingungen mit der Realität abzugleichen. Dieser Erkenntnisgewinn ist Gold wert – egal, wie er ausfällt. Ist das Praktikum gut und der Job gefällt euch, könnt ihr durch diesen Einsatz sogar eure Chancen
steigern, einen Ausbildungsplatz bei dem Unternehmen oder dem Betrieb zu bekommen. Schließlich habt ihr
ja schon Werbung für euch gemacht. Außerdem könnte es eure schulischen Leistungen pushen: Wer seinen Traumberuf kennengelernt hat, weiß viel genauer, wofür er sich im Unterricht anstrengt.

FRÜHZEITIG BEWERBEN


Vor allem bei selbst gesuchten Praktika solltet ihr schnell sein. Viele Betriebe veröffentlichen die Termine für ein Praktikum bereits bis zu einem Jahr im Voraus. Interessierte Schüler bewerben sich am besten persönlich mit einer Bewerbungsmappe.


WIE DRANKOMMEN?


Im Rahmen des Programms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA), das in ganz NRW gilt, führen eure Lehrer mit euch eine Potenzialanalyse durch und können mit den auf diesem Weg gewonnenen Erkenntnissen und euren Wünschen passende Praktika suchen. Zahlreiche Unternehmen haben in einer landesweiten Datenbank entsprechende Praktikumsplätze hinterlegt. Los geht es in der achten Klasse, wenn ihr bis zu drei eintägige Berufsfelderkundungen absolviert. Dies sind eher Schnuppertage, denen in der neunten oder zehnten Klasse ein mehrwöchiges Betriebspraktikum folgt. Wichtig ist, dass ihr die Praktika ebenso wie eure Erwartungen und Erlebnisse in dem Beruf mit den Lehrern vor- und nachbereitet. Es geht aber auch ohne eure Lehrer: Ruft einfach bei einem Betrieb an, der euch interes siert und fragt nach einem Praktikum, dass ich vielleicht ja auch in den Ferien machen könnt. Meistens ist
das kein Problem.


Pfad zum Praktikum

Die Bundesagentur für Arbeit informiert auf der Seite www.planet-beruf.de ausführlich über Praktika und es gibt sogar einen Test, für welche Art von Praktikum man sich bewerben sollte.
Auf der Seite www.stellenanzeigen.de finden sich bundesweite Angebote zu Praktika jedweder Art – und Erfahrungen, die andere Schüler während Ihres Praktikums gemacht haben, findet Ihr auf www.praktikum.de

Die Vergütung


Die gute Nachricht: Die Zeiten unbezahlter Praktika scheinen vorbei. Mit der Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 haben auch Praktikanten unter Umständen einen Anspruch auf Bezahlung: Mittlerweile ist ein Stundenlohn von 8,84 Euro gesetzlich festgeschrieben. Aber, und es gibt immer ein aber: Der Mindestlohn greift nur bei freiwilligen Praktika über mindestens drei Monate. Bei Schulpraktika handelt es sich
dagegen um Pflichtpraktika, und ihr seid auf die Bereitschaft des Betriebes angewiesen, ob er euch etwas zahlt. Gibt es Geld, dann sicherlich nicht so viel – aber die Vergütung sollte eh nicht im Vordergrund stehen.

Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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