#PimpyourProfile
DIE FALLEN VON FACEBOOK & CO.



Soziale Netzwerke sind cool. Aber auch tückisch, denn viele Personaler
suchen nach den Profilen ihrer Bewerber. Wie man Probleme durch Facebook & Co.
vermeidet und sie für die eigene Bewerbung nutzt.

von Sven Schneider


ERSTER AUFTRITT


Als erstes fallen bei einer Profilseite Name und Bild auf, sie sind der Blickfang, der den ersten Eindruck zementiert. Bilder von ausschweifenden Partys, mit sexuellem Hintergrund oder eventuell sogar Drogenkonsum sind pures Gift für eine aussichtsreiche Bewerbung. Ein sympathisches und freundliches Profilbild dagegen bringt Pluspunkte. Auch wirken Eigenbezeichnungen wie „flotteBiene2001“ oder „Feierbiest“ mehr als unseriös. Chefs und Personaler stehen auf Klarnamen.


HEIKLE INHALTE UND BILDER VERBERGEN


Wer Beiträge und Bilder mit sensiblem Inhalt nicht löschen kann oder will, sollte bei jedem dieser Beiträge über die Privatsphäreeinstellungen festlegen, dass sie nicht öffentlich, sondern nur von bestimmten Personen betrachtet werden können. Auch die direkte Kommunikation mit Freunden und Bekannten über Firmen, Betriebe oder bereits absolvierte Bewerbungsgespräche sollte nicht öffentlich passieren. Liest ein Personaler im Profil eines Bewerbers Angaben wie „ich habe denen ordentlich einen in die Tasche gelogen“ oder „der fette Chef hat beschissene Fragen gestellt“, sinken die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz enorm.

SPRACHE UND UMGANGSFORMEN


Aus öffentlich geposteten Beiträgen schließen Personaler auf die Rechtschreibkenntnisse und Ausdrucksfähigkeit des Bewerbers. Flüche, Schimpfwörter und Beleidigungen, noch dazu in grammatikalisch schlechtem Deutsch, sollten deswegen nicht auf dem eigenen Profil ersichtlich sein.
Und wer auf Threads in öffentlichen Foren antwortet, sollte dies möglichst neutral, wenn nicht sogar höflich tun.

Besser: Facebook & Co. gezielt zur Bewerbung einsetzen


Netzwerke wie Xing oder Facebook bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, ihr bisheriges Leben als Timeline darzustellen. Die dort hinterlegten Angaben sollten unbedingt mit denen in der Bewerbung übereinstimmen. Unterschiede wie falsche oder fehlende Angaben haben schon so manchen Bewerber ins Abseits befördert. Also lieber mit der Bewerbung abgleichen. Noch komfortabler ist es, bei Facebook und anderen Netzwerken eine eigene Bewerberseite aufzusetzen, auf der bereits alles ersichtlich und natürlich reingewaschen ist. Dort lassen sich Angaben zu Unternehmen und Betrieben, bei denen man bereits gearbeitet hat, auch mit den entsprechenden Links auf deren Homepages versehen. Ebenso können Zeugnisse, Beurteilungen oder Hinweise auf ausgezeichnete Projekte und Arbeiten ebenso wie Bewerbungsbilder hinterlegt werden. Auch hier gilt: Die Informationen dürfen nicht von denen in der Bewerbung abweichen. Auf diese virtuelle Bewerbungsmappe kann man dann auch bei der schriftlichen Bewerbung hinweisen. Da heutzutage nahezu jedes Unternehmen auch ein Profil in einem sozialen Netzwerk führt, sind diese Seiten ein ideales Mittel, sich über den Betrieb und die Dinge, die gerade für die Unternehmensleitung oder die Mitarbeiter wichtig sind zu informieren. Mit diesem Wissen kann man dann spätestens im Bewerbungsgespräch punkten. Auch kann man darüber erste Kontakte mit dem Unternehmen knüpfen.

TIPPS FÜR EINEN LUPENREINEN AUFTRITT IM INTERNET

   EGO-GOOGELN

Einfach mal nach dem eigenen Namen suchen und kontrollieren, welche Fußspuren man im Netz hinterlässt. So mancher wird erstaunt sein, was er da findet.


   MASKIEREN

Die Privatsphäre-Funktionen der Netzwerke nutzen und klar definieren, wer was sehen darf und was nicht – sowohl Bilder als auch Einträge.


   GEGENLESEN

Auch wenn man es nicht mag: Die eigenen Eltern sind geeignete Ratgeber, was das eigene Profil anbetrifft. Was ihnen schräg vorkommt, sehen Personalchefs ähnlich. Eltern sollten vor der Bewerbung noch mal draufschauen.


   ANPASSEN

Falls vorhanden, den Lebenslauf im Profil auf den der Bewerbung abstimmen. Wenn in der schriftlichen Bewerbung für den kommenden Arbeitgeber Stationen fehlen oder andere stehen als im Netz, ist das ein klarer Makel.


   SÄUBERN

Die eigene Facebook-Seite untersuchen, ob kritische Likes getätigt wurden und somit auch auf dem Profil auftauchen. Der lokale Kaninchenzüchterverein oder die Pfadfinder sind generell unproblematisch – ganz im Gegensatz zum neuesten Ego-Shooter, einem Splatter-Film oder dem Lieblings-Skandal-Rapper. Generell sollten Inhalte mit Sex und Gewalt nicht auf der Seite zu sehen sein.

Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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