DER ERSTE EINDRUCK ZÄHLT:
WAS ES BEI BEWERBUNGSFOTOS ZU BEACHTEN GILT



EIN BILD SAGT MEHR ALS 1000 WORTE
SO GELINGEN DIE PERFEKTEN BEWERBUNGSFOTOS

Von Michael Braun

Denkt mal an euch selbst: Wenn ihr eine neue Person kennenlernen wollt, worauf achtet ihr zuerst? Richtig, wir klicken auf das Profilfoto bei Facebook oder wischen bei Tinder je nach Sympathie beim Blick aufs Foto nach links oder rechts. Auch bei Bewerbungen sollte man die Wirkung des Fotos nicht unterschätzen. Auch wenn in Personalabteilungen Lebenslauf und Anschreiben genau unter die Lupe genommen werden, gilt eine Bewerbung ohne ein Foto hierzulande oft noch immer als unvollständig. Als Bewerber lauft ihr Gefahr, dass eure Unterlagen ohne Bild direkt aussortiert werden; schätzt zumindest. Jutta Boenig von der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Mehr noch: Auch bei einem schlechten oder ungewöhnlichen Bild sei das Risiko groß, auf dem Stapel der Abgelehnten zu landen. Es kommt eben einfach auf einen professionellen Look an.

Experten raten von selbst erstellten Fotos ab. „Selfies sind ein No-Go“, schätzt Nora Westhoff vom Fotostudio Abgeblitzt. Die ausgebildete Fotografin rät dazu, bei der Motivauswahl mit Bedacht vorzugehen. Angehende Azubis sollten bei ihrem Bewerbungsbild nicht zu kreativ sein. Man hört zwar immer wieder, dass Personalberater empfehlen, sich jeweils an der Branche zu orientieren, in der es um einen Arbeitsplatz geht. Wer seine Unterlagen zum Beispiel an einen Sportwarenhersteller schickt und gerne Ski fährt, zeigt sich dann in Skibekleidung auf der Piste. „Ich halte davon jedoch nichts“, sagt der Karriereberater Thorsten Knobbe aus Dortmund. Solch ein Foto sei grundsätzlich nur angemessen, wenn es zur Position passt – denkbar sei es etwa bei Produktmanagern oder Fachkräften im Vertrieb. Und auch dann darf das Foto kein Urlaubsschnappschuss sein, sondern muss professionell gemacht werden. Allen anderen Jobsuchenden rät Knobbe zum klassischen Bewerbungsbild.

„Wer Eindruck auf einen potenziellen Arbeitgeber machen will, sollte Zeit und Mühe in die Aufnahme investieren. Hier kommt es auf die Details an“, schätzt Nora Westhoff. „Je renommierter der Arbeitgeber ist, bei dem ich mich bewerbe, desto dezenter sollte das Bild sein“, ergänzt Jutta Boenig.

Bekleidung
Männer sollten immer ein Sakko tragen, Frauen einen Blazer oder eine hochwertige Jacke, die weniger steif aussieht. Bewerberinnen rät Nora Westhoff zu einer Bluse unter dem Blazer; vielfach reiche auch ein hochwertiges T-Shirt – „natürlich ohne Aufschrift“, wie die Fotografin erklärt. Männer tragen ihrer Empfehlung nach am besten ein klassisches Hemd. Ob ein Mann eine Krawatte für die Aufnahme umbinden sollte, hängt von der angestrebten Branche ab – und nicht zuletzt auch vom Unternehmen. „Immer mehr Arbeitgeber stellen Regeln auf, ob Krawatten zum Erscheinungsbild dazugehören. Daran sollte man sich nach Möglichkeit als Bewerber orientieren“, meint sie. Ein angehender Bankkaufmann braucht vermutlich noch eine Krawatte, der Fachchemiker nicht unbedingt. Auf der anderen Seite kann es kontraproduktiv sein, wenn sich ein Mann für einen kreativen Beruf bewirbt und ein Foto im schwarzen Zweireiher mitschickt.


Gesichtsausdruck und Körperhaltung
„Bewerber sollten nicht nur nett gucken, sondern einen
freundlich-bestimmten Ausdruck haben“, rät Nora Westhoff. Wichtig sei ein offener und direkter Blick, auf keinen Fall solle an der Kamera vorbei geschaut werden. Wichtig ist in jedem Fall eine positive Körpersprache. Der Bewerber sollte aufrecht sitzen, unter Umständen auch dem Betrachter mit dem Oberkörper ein wenig zugeneigt sein. Herunter hängende
Schultern machen keinen guten Eindruck.

Accessoires und Make-up
Frauen sollten mit Schmuck zurückhaltend sein, ein leichtes Tuch um den Hals ist akzeptabel. Auch das Make-up muss möglichst dezent ausfallen. Knallrote Lippen zu hellblonden Haaren können schnell einen falschen Eindruck erzeugen. Wer Ringe oder Piercings trägt, sollte überlegen, ob er Varianten mit und ohne Schmuck erstellen lässt – dann kann man je nach möglichem Arbeitgeber ein Motiv auswählen.

Frisur und Brille
„Haar-Styling und Brillenmode sind heikle Themen“, gibt Nora Westhoff zu bedenken. Wer seine Haarfarbe verändert oder auf einen ganz neuen Schnitt setzt, sollte eine neue Aufnahme machen lassen. Leichte Änderungen bei Frisur oder Brille sind in der Regel zu vernachlässigen.

Bildhintergrund und Bildalter
Die Expertin rät: Bloß keine knalligen Farben. „Das Foto soll Seriosität vermitteln – dazu passt am besten ein neutraler Hintergrund, je nach Typ ist auch ein leichtes Muster im Hintergrund denkbar.“ Außerdem sollte das Foto nicht viel älter als ein Jahr sein.

Bildgröße und Bildformat
Beim Format mag die Fotografin die Abwechslung.
Ihr Tipp: Keine Passbildgröße, sondern auf jeden Fall größer. Das gilt auch, wenn den Unterlagen kein Deckblatt mit größerem Porträtbild vorangeht, sondern das Bild in die erste Seite des Lebenslaufs integriert wird. Die tatsächliche Größe hängt letztlich vom Layout ab. Etwas unkonventionell darf es in diesem Fall auch sein: ein Querformat zum Beispiel. Keinesfalls sollte man sein eigenes Porträt aus einem Gruppenbild oder Urlaubsfoto herausschneiden – das wirkt unprofessionell.


Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

PDF Downloaden