So klappt es mit der Studienfinanzierung



Ein Studium kann ganz schön ins Geld gehen. Was auf einen zukommt und welche Hilfen es gibt.

Von Jennifer Neidhardt


Obwohl die Studiengebühren im vergangenen Jahr bundesweit  abgeschafft wurden, müssen angehende Studenten noch immer einiges an Kosten stemmen. Ein Großteil der Ausgaben entsteht durch Ausgaben für Strom, Miete und Lebensunterhalt. Doch auch ohne eigene Wohnung müssen ein Studienbeitrag (unter anderem zur Finanzierung des Semestertickets) und weitere Ausgaben für Lehrmittel berücksichtigt werden. Allerdings müssen diese Kosten nicht alleine getragen werden – es gibt dafür verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Dabei ist es wichtig, sich schon im Voraus ein Bild von den anstehenden Kosten zu machen, um die richtige Methode zu finden.


Welche Kosten fallen an?


Im Schnitt zahlen Studenten rund 300 Euro Miete, 165 für Ernährung, 82 Euro für Verkehrsmittel und 65 Euro für Freizeitaktivitäten. Das hat die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ergeben. So werden im Schnitt mehr als 600 Euro pro Monat fällig. Sollte man diese nicht aus eigener Tasche bezahlen können, darf man darauf hoffen, dass der Staat einspringt.


Klassische Finanzspritze Bafög


Die geläufigste Art der finanziellen Unterstützung ist nach wie vor das BAföG. Bis zu 670 Euro pro Monat können nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz angefordert werden – ab dem Wintersemester 2016/17 steigt der Betrag sogar auf 735 Euro. Seine Höhe ist abhängig von diversen Faktoren wie etwa privaten Ersparnissen, dem Einkommen der Eltern oder zusätzlichen Verdiensten wie studentischen Nebenjobs. Der größte Vorteil des BAföG ist der staatliche Zuschuss – so muss nur die Hälfte des geliehenen Betrags nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden. Wichtig ist hier zu beachten, dass für einen Antrag eine große Anzahl an Unterlagen benötigt wird, unter anderem die Lohnsteuerabrechnung der Eltern und der Ausbildungsnachweis möglicher Geschwister. Es ist daher ratsam, den Antrag so früh wie möglich einzureichen.


Arbeiten als Werkstudent


Es kann jedoch passieren, dass die bewilligte Unterstützung per BAföG nicht ausreicht oder der Antrag von vornherein abgelehnt wird. Im ersten Fall kann man sich zusätzlich einen studentischen Nebenjob zulegen. Verdient man dabei monatlich nicht mehr als 450 Euro, kann dieser ohne Probleme mit der BAföG-Auszahlung kombiniert werden. Wurde der Antrag generell abgelehnt, darf man sich auch einen lukrativeren Nebenjob suchen – zum Beispiel per Werkstudentenvertrag. Allerdings gibt es auch hier Regeln: Studenten dürfen nicht mehr als 20 Arbeitsstunden pro Woche arbeiten, damit das Studium nicht darunter leidet.


Für Stipendium bewerben


Gerade in den ersten Semestern haben viele Studenten allerdings kaum Zeit, um die Hälfte der Woche auf der Arbeit zu verbringen. In diesem Fall gibt es in Deutschland über 800 verschiedene Anlaufstellen zur Stipendienvergabe, die nicht nur von Hochbegabten genutzt werden können, so wie etwa das Mawista-Studienprogramm.


Kredit aufnehmen per Bildungsfonds


Eine relativ neue Alternative zum BAföG sind sogenannte Bildungsfonds. Auch hier handelt es sich um einen Kredit, allerdings ist dieser unabhängig vom Einkommen der Eltern und es werden keine Zinsen berechnet. Außerdem wird die Rückzahlung erst nach einer Festanstellung fällig. Allerdings muss man sich für diese Art der Studienförderung bewerben und sie ist nicht in allen Studiengängen möglich. Als Student an Kunsthochschulen oder bei Bachelor-Abschlüssen mit Ausbildungsschwerpunkt geht man leer aus. Weitere Informationen gibt es im Internet unter bildungsfonds.de.


Weitere Informationen unter


www.studentenwerke.de
www.karrierebibel.de

Kindergeld

Für volljährige Kinder wird bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld gezahlt, solange sie für einen Beruf ausgebildet werden. Dazu zählt auch ein Erststudium. Die Zahlung endet spätestens in dem Monat, in dem das Kind offiziell schriftlich das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung erhält. Vorsicht bei Nebenjobs: Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit darf nicht mehr als 20 Stunden betragen.

Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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