WARUM WISSEN WICHTIG IST
MIT KENNTNIS ÜBER DEN AUSBILDUNGSBETRIEB PUNKTEN



„Wissen ist Macht.“ Ja, das hat man schon 1000mal gehört. Kommt gleich nach „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“.
Aber wie so oft ist an solchen Binsenweisheiten auch etwas dran.

Von Sven Schneider


Mit Wissen punktet man nicht nur in Prüfungen – sondern auch im Vorstellungsgespräch. Wobei hier abgesehen vom fachlichen Wissen, das je nach Stelle mehr oder weniger wich-tig ist, auch noch etwas anderes zählt: das Wissen über den Arbeitgeber, dem man da gerade gegenübersitzt. Über seine Firma und sein Produkt oder seine Dienstleistung. Wer hier gut informiert ist, verbessert seine Chancen enorm, denn er kann nicht nur auf Fragen antworten und zeigt damit Interesse am Unternehmen, sondern kann auch kluge Gegenfragen stellen.


BASISKENNTNIS KOMMT GUT AN


„Man sollte sich vorab ein paar allgemeine Informationen anle-sen“, sagt auch Nicole Venn, Karriereberaterin bei der Bundes-wehr. „Natürlich muss man nicht alles auswendig wissen, aber der Personaler sollte merken: ‚Da hat sich jemand mit dem Unternehmen auseinander gesetzt‘“.

Wobei sich das Prozedere bei der Bundeswehr im Vergleich zu anderen Arbeitgebern noch etwas unterscheidet: Wer sich zu einem Beratungsgespräch anmeldet, wird zunächst einmal als Interessent, noch nicht als klassischer Bewerber gehandelt – daher dürfen hier ruhig noch Wissenslücken bestehen. „Man sollte lediglich wissen, ob man sich eher auf der zivilen oder der militärischen Seite sieht“, sagt Nicole Venn. Die Details würden dann im Beratungsgespräch geklärt. Erst wenn es für die Anwärter auf militärische Stellen zum Assessment Center mit seinen Tests bzw. für Bewerber auf Stellen im zivilen Bereich zum normalen Vorstellungsgespräch geht, sollte wiederum genug Wissen über Arbeitgeber und gewählten Arbeitsbereich vorhanden sein.


DIESE DINGE SOLLTE MAN WISSEN


Grundsätzlich gilt: Je mehr man über das Unternehmen weiß, bei dem man sich bewirbt, umso besser. Schließlich sollte das Interesse an genau diesem Arbeitgeber auch schon im Bewerbungsschreiben geäußert worden sein. Je nach Unter-nehmensgröße ist es oft aber gar nicht möglich, sich bis ins kleinste Detail zu informieren, das sieht auch Nicole Venn: „Wir als Bundeswehr sind ein sehr großer Arbeitgeber mit vielen Möglichkeiten. Teilweise kann das etwas unübersichtlich wer-den – daher genügt es, wenn sich ein Bewerber erst einmal mit den grundsätzlichen Strukturen auseinandersetzt.“ Wichtig ist, dass man eine Vorstellung von der Größe und Entwicklung des Unternehmens, seinen Produkten oder Dienstleistungen und seiner Zielgruppe hat, inklusive ein paar Namen und Eckdaten. Auch einige Gedanken zur Firmenphilosophie, so sie denn exis-tiert, kann man sich vorab zurecht legen. Wer sich bei einer in-ternational agierenden Firma mit Tausenden von Mitarbeitern bewirbt, muss andere Schwerpunkte setzen als der Bewerber, der in einem kleinen Familienunternehmen anfangen möchte.


MIT FRAGEN ZUM AUSBILDUNGSBETRIEB RECHNEN


Kaum ein Personaler wird das Vorstellungsgespräch zum Unter-nehmens-Quiz machen, doch mit einzelnen Fragen zu Struk-tur, Geschichte und Leitung sollte man immer rechnen – wer bei solch simplen Dingen versagt, gerade wenn sie am Anfang des Gesprächs auf den Tisch kommen und eher im Plauderton vorgebracht werden, hinterlässt keinen guten ersten Eindruck. Das muss nicht zwangsläufig auch eine Absage nach sich ziehen, doch wer hier souverän bleibt, wird seine Chancen auf eine Zusage deutlich erhöhen.


HIER LIEGEN DIE INFORMATIONEN PARAT


Nie war es so leicht, sich über ein Unternehmen zu informie-ren wie heute. Die meisten Firmen haben eigene Homepages, Facebook-Auftritte oder Firmenblogs, wo man in Ruhe stöbern kann. Ebenfalls können Darstellungen in Werbebroschüren und anderem Informationsmaterial helfen. Es schadet außerdem nie, mehr als eine Sicht auf den potentiellen Arbeitgeber zu kennen, also nach Presseberichten, Kundenmeinungen und anderen externen Informationen zu suchen. Wer schon einen Mitarbeiter der Firma über Freunde oder Verwandte persönlich kennt, sollte ihn ausgiebig erzählen lassen. Lässt sich gar nichts über die Firma in Erfahrung bringen, kann immer noch ein direkter Anruf helfen, bei dem man Interesse an einer Stelle bekundet und gezielt einige Fragen stellt. Das sollte man bei solch dürftiger Informationslage dann allerdings schon getan haben, bevor man sein Bewerbungsschreiben verfasst.


COOL BLEIBEN


Ein Vorstellungsgespräch ist eine nervenaufreibende Angelegen-heit. Dagegen kann auch die beste Vorbereitung nicht immer etwas ausrichten. Wer sich jedoch gut informiert, Notizen gemacht und Fragen überlegt hat, ist vielen Kandidaten, die alles einfach mal auf sich zukommen lassen, um Längen voraus. Und das sollte man sich klarmachen. Die meisten Personalchefs sind keine bewerberfressenden Ungeheuer.


DIE ALTERNATIVE


Im Zweifel lohnt sich die Flucht nach vorn: Ehrlich sagen, dass man nervös ist, weil man sehr gern für das Unternehmen arbeiten möchte. Dass man gerade einen Moment braucht, um sich zu sammeln. Und es je nach Situation mit ein paar Fragen versuchen, denn letztendlich wirkt ein nervöser aber interessier-ter Bewerber immer noch besser als ein nervöser Bewerber, der betreten auf seine Schuhe starrt und schweigt.

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