Türöffner fürs Berufsleben:
Warum ein Praktikum sinnvoll ist



Kaffee kochen und Dokumente kopieren – so stellen sich noch immer viele den Alltag von Praktikanten vor. Doch ein gutes Praktikum fordert mehr von Schülern und Studenten. Und bietet so echte Orientierung fürs Berufsleben.


Es gibt keine schlechten Praktika


Praktischer Nebeneffekt: Man findet seine Vorstellungen vom Traumberuf entweder bestätigt oder stellt fest, dass man sich ein völlig falsches Bild gemacht hat. Das ist dann allerdings kein Grund zur Panik: „Auch ein Praktikum, bei dem ich danach weiß, dass ich diesen Beruf später auf keinen Fall ausüben möchte, war ein erfolgreiches Praktikum“, sagt Christine Bömken, die für das konzernweite Personalmarketing bei Evonik zuständig ist. Schließlich lassen sich so gravierende Fehlentscheidungen vermeiden und man hat die Möglichkeit, sich rechtzeitig noch einmal neu zu orientieren.


Netzwerke helfen beim Karrierestart


Auch nach dem Schulabschluss können Praktika wichtige Orientierungshilfen bieten oder die Chance, seine Erfahrungen in einem bereits bekannten Bereich noch zu vertiefen, zumal oft noch Zeit bis zum Studien- oder Ausbildungsbeginn überbrückt werden muss. Gerade für Schulabsolventen, die einen Ausbildungsplatz suchen, stehen die Chancen gut, eine Stelle in dem Betrieb zu bekommen, in dem sie zuvor durch ein Praktikum einen guten Eindruck hinterlassen konnten.


Bezahlte Praktika sind meist ergiebiger


Bieten Unternehmen dennoch von sich aus eine Vergütung an, spricht das in der Regel auch für die Qualität des Praktikums. Für Daniel Schütt, einen der Gründer des Internetportals meinpraktikum.de, gibt es jedenfalls einen direkten Zusammenhang zwischen dem gezahlten Praktikantengehalt und den anfallenden Tätigkeiten. Dies habe eine große Praktikantenstudie in der Vergangenheit gezeigt, so Schütt: „Wir denken schon, dass jemand, der mehr zahlt, den Praktikanten auch vernünftige Aufgaben gibt. Da stelle ich jemanden nicht den ganzen Tag an den Kopierer.“


Startschuss fällt in der Schule


Erste Bekanntschaft mit dem Praktikanten-Dasein macht man meist im Rahmen von zwei- oder dreiwöchigen „Schülerbetriebspraktika“, die im Unterricht vor- und nachbereitet werden sollten. So lästig sie für den ein oder anderen auch sein mögen – sie können durchaus sinnvoll sein, um außerhalb des geschützten Raums Schule den Arbeitsalltag kennenzulernen.


Kopieren sollte die Ausnahme bleiben


Leider wissen manche Betriebe mit den ungelernten, oft minderjährigen Praktikanten nicht allzu viel anzufangen. Dennoch sollte sich auch ein Schüler nicht scheuen, den Arbeitgeber um ordentliche Betreuung zu bitten. Je nach Branche sollte es zumindest möglich sein, bei verschiedenen Arbeiten zuzusehen und unter Aufsicht selbst kleinere Tätigkeiten zu verrichten. „Drei Wochen mit Kopieren, Kaffee kochen und Ähnlichem zu verbringen ist frustrierend und für beide Seiten wenig sinnvoll“, sagt auch Bömken: „Praktikanten sollten nach einer gewissen Einarbeitungszeit auf jeden Fall eigene Aufgaben und Verantwortung übernehmen, um sich in dem Berufsfeld tatsächlich erproben zu können.“ Dass da auch mal die eine oder andere Seite kopiert werden muss, ist in Ordnung, so lange das Arbeitsspektrum dem Praktikanten noch andere Dinge zu bieten hat.


Die Sache mit dem Mindestlohn


Auch wenn ein Praktikum nicht in erster Linie dafür da ist, Geld zu verdienen, nimmt man eine Vergütung natürlich gerne mit. Hier spielt auch das neue Mindestlohn-Gesetz eine Rolle. Absolviert man das Praktikum freiwillig und dauert es länger als drei Monate, wird die Arbeit mit dem Mindestlohn vergütet. Absolvieren Studenten allerdings ein Pflichtpraktikum oder hat es gar keinen Bezug zum Studium, gehen sie leer aus.

Weg zum Praktikum

Die Bundesagentur für Arbeit informiert auf der Seite www.planet-beruf.de umfangreich zum Thema Praktikum. Über den Link der Jobbörse finden sich Praktikums-Stellen – und ein Test verrät, für welche Art Praktikum man sich bewerben sollte.

Bundesweite Angebote zu Praktika jeder Art finden sich auch auf der Internetseite www.stellenanzeigen.de. Über Filter lässt sich die Suche eingrenzen.

Um zu erfahren, welche Erfahrungen andere mit einem bestimmten Praktikumsplatz gemacht haben, lohnt ein Blick auf die Seite www.praktikum.de. Und die angebotenen Stellen sind vielfältig: Neben Betrieben und großen Konzernen finden sich auch Vereine und Verbände. Weitere Highlights sind Angebote für Auslandspraktika, Infos zu Honorierung und Bezahlung sowie zahlreiche Bewerbungstipps.

Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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