Pimp your Profile:
DIE FALLEN VON FACEBOOK & CO.



Soziale Netzwerke werden immer beliebter – auch bei Personalchefs, die sich über die eingestellten Profile einen ersten Eindruck ihrer Bewerber machen. Doch auf dem eigenen Profil können Fallen lauern, die man ganz einfach umgehen kann. Worauf man bei seiner virtuellen Visitenkarte achten sollte.

von Sven Schneider


DER AUFTRITT


Wie bei der eigentlichen Bewerbung gilt auch hier: Der erste Eindruck prägt. Was sofort auffällt, ist das Profi lbild. Und wenn dort ein Mensch mit wirrer Frisur, Grimassen oder in unvorteilhafter Pose dem Auge des Betrachters entgegen springt, ist das schon einmal ein schlechter Einstieg. Ein sympathisches und ordentliches Profi lbild ist allemal besser. Auch der Profi lname ist bedeutend: Bezeichnungen wie „HullaTrulla83“ oder „Glücksbärchen“ wirken auf Anhieb unseriöser und unreifer als der richtige Name.


UMGANGSFORMEN AUF DER SEITE


Personaler achten auch darauf, wie jemand kommuniziert. Wer also in seinen Profi l-Beiträgen oft flucht oder Fäkalsprache benutzt, stellt sich in kein gutes Licht. Generell sollte auch im Netz eine gewisse Art von Respekt vorherrschen. Wer also auf die Beiträge anderer Nutzer antwortet, sollte dies wenigstens neutral tun, wenn nicht sogar höflich.

Bilder


Mag ja sein, dass die Party vom letzten Wochenende cool war – doch Bilder davon gehören im Sinne eines seriösen Auftritts nicht auf die eigene Profilseite. Ebenso wenig Schnappschüsse aus dem Urlaub oder eventuell sogar Fotos von Drogenkonsum. Kein Personalchef steht darauf, wenn der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle ihn mit blutunterlaufenen Augen angrinst. Deswegen sollten im Vorfeld einer Bewerbung diese Motive vom Profil verschwinden.

Wer solche Bilder besitzt und diese nicht von seiner Profilseite löschen will, kann über die Privatsphäreeinstellungen festlegen, wer sie zu sehen bekommt. Auf keinen Fall die breite Öffentlichkeit!

Wurde man jedoch auf solchen Bildern von Freunden auf deren Profil markiert und abgebildet, sollte man sie auffordern, diese zu entfernen. Dabei kann man sich auf das Recht am eigenen Bild berufen. Denn Fotos, auf denen eine Person abgebildet ist, dürfen nicht ohne Zustimmung verbreitet oder genutzt werden.

KOMMENTARE


Wer sich über ehemalige Lehrer oder Eltern ärgert, sollte seinen Frust nicht auf der eigenen Facebook-Seite auslassen – und wenn, dann bestimmt nicht in abwertender Weise. Auch politische Äußerungen sind heikel: Schließlich weiß man nie, wo der Personalchef bei der Wahl sein Kreuzchen macht und wie er mit anderen Einstellungen umgeht. Ein weiterer Fehler: Oft teilen Bewerber ihren Facebook-Freunden die Eindrücke aus einem Bewerbungsgespräch brühwarm mit. Aber sollte ein Personaler nach einem Gespräch noch einmal auf das Profil des Bewerbers klicken und dann Dinge lesen wie: „Der fette Chef hat echt beschissene Fragen gestellt“ oder „Ich hab denen die Tasche voll gelogen“, dürften die Chancen enorm sinken, den begehrten Ausbildungsplatz zu bekommen. Für positive Einträge oder Lob allerdings gilt das nicht: Welcher Chef hört nicht gern, dass die Gesprächssituation eine angenehme war?

TIPPS FÜR EINEN LUPENREINEN AUFTRITT IM INTERNET

   EGO-GOOGELN

Einfach mal nach dem eigenen Namen suchen und kontrollieren, welche Fußspuren man im Netz hinterlässt. So mancher wird erstaunt sein, was er da findet.


   MASKIEREN

Die Privatsphäre-Funktionen der Netzwerke nutzen und klar definieren, wer was sehen darf und was nicht – sowohl Bilder als auch Einträge.


   GEGENLESEN

Auch wenn man es nicht mag: Die eigenen Eltern sind geeignete Ratgeber, was das eigene Profil anbetrifft. Was ihnen schräg vorkommt, sehen Personalchefs ähnlich. Eltern sollten vor der Bewerbung noch mal draufschauen.


   ANPASSEN

Falls vorhanden, den Lebenslauf im Profil auf den der Bewerbung abstimmen. Wenn in der schriftlichen Bewerbung für den kommenden Arbeitgeber Stationen fehlen oder andere stehen als im Netz, ist das ein klarer Makel.


   SÄUBERN

Die eigene Facebook-Seite untersuchen, ob kritische Likes getätigt wurden und somit auch auf dem Profil auftauchen. Der lokale Kaninchenzüchterverein oder die Pfadfinder sind generell unproblematisch – ganz im Gegensatz zum neuesten Ego-Shooter, einem Splatter-Film oder dem Lieblings-Skandal-Rapper. Generell sollten Inhalte mit Sex und Gewalt nicht auf der Seite zu sehen sein.

Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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