ONLINE-BEWERBUNG: SO GEHT’S



Viele Unternehmen wünschen sich Bewerbungen heute online. Für die Jobsuchenden klingt das erst einmal nach mehr Komfort, doch es lauern auch Tücken.

von Christine Holthoff


SERIÖSE MAILADRESSE


Wer seine Bewerbung per Mail verschickt, sollte das nur von einer neutral gehaltenen Mailadresse aus tun, rät die Bundes-agentur für Arbeit. Sendernamen wie sexychick@hotmail.com zeugen nicht gerade von Seriosität und werden in der Regel sofort aussortiert. Auf der sicheren Seite sei man mit der Vari-ante vorname.nachname@provider.de.


BETREFFZEILE


Ebenso wichtig wie ein vertrauenswürdiger Absender ist die Betreffzeile. Wer hier schludert und etwa nur lapidar „Bewer-bung“ angibt, hat bereits die erste Chance auf einen positiven Eindruck vertan. Besser ist, man schreibt direkt dazu, um welche Position es sich handelt oder bezieht sich zusätzlich auf eine konkrete Stellenanzeige oder ein Telefonat, das der Bewerber zuvor mit dem Personaler geführt hat. Also zum Beispiel: „Bewerbung als Veranstaltungskaufmann – unser Telefonat vom 26.1.2017“.


SPRACHE


Der Umgangston im Internet mag zwar generell etwas flapsi-ger sein, bei Bewerbungen sollten aber die gleichen Standards wie auf Papier gelten – auch wenn man sich bei einem ver-meintlich hippen Start-up bewirbt. Lieber eine Spur zu höflich, lautet die Devise. Statt einem simplen „Hallo“ ist also auch im Mailkontakt ein „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder – noch besser – ein direktes „Sehr geehrte Frau X“, „Sehr geehrter Herr Y“ angebracht. Auch die im persönlichen Kontakt üblichen Abkürzungen wie „MFG“ oder gar „cu“ sind hier tabu, ebenso wie Smileys und Emoticons. „Die mögen privat witzig sein, haben aber in einer Online-Bewerbung nichts verloren“, so die Experten der Arbeitsagentur.


UNTERLAGEN


Laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen werden grundsätzlich die gleichen Unterlagen erwartet wie bei einer herkömmlichen schriftlichen Bewerbung: Anschrei-ben, tabellarischer Lebenslauf mit Foto und Zeugnisse. Beim Aufbau der Mail gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man setzt das Anschreiben als Text in die Mail und fügt den Rest als Anhang bei (Zeugnisse einscannen!) oder man hängt die komplette Bewerbung an. In letzterem Fall darf man sich im eigentlichen Mailtext kurz fassen und höflich auf die Bewer-bung im Anhang hinweisen, man braucht aber nicht noch mal zu wiederholen, was bereits im Anhang steht.


Kein lästiges Ausdrucken und Kopieren, keine Kosten für Porto und Mappe, Abschicken mit einem Klick: Online-Bewerbungen haben zahlreiche Vorteile – nicht nur für den Bewerber. Viele Unternehmen akzeptieren Anschreiben und Co. inzwischen nur noch per Mail oder bereitgestelltem Formular. Allerdings sollten sich Jobsuchende nicht täuschen lassen: Nur weil Bewerbungen im Netz so praktisch und einfach daherkommen, heißt das nicht, dass man weniger Arbeit hineinstecken sollte. Denn online gelten die gleichen Qualitätsstandards wie bei klassischen Bewerbungen. Und es gibt noch mehr zu beachten.


ANHANG


Der Anhang sollte in einem gängigen Format gesendet werden, am besten als pdf. Dies hat den Vorteil, dass die Bewerbung so ankommt, wie man sie abgeschickt hat und vergleichsweise komprimiert ist. Außerdem sollten die Unterlagen in einem Dokument zusammengefügt werden. Wichtig hierbei: Die Datei darf nicht zu groß sein. Mehr als drei MB sehen viele Persona-ler nicht gerne.


EMPFÄNGER


Damit die Bewerbung auch an der richtigen Stelle im Unter-nehmen ankommt, empfiehlt es sich, sie an eine konkrete Per-son zu schicken – sofern in der Stellenanzeige nicht ausdrück-lich eine allgemeine Mailadresse angegeben ist. Insbesondere bei Initiativbewerbungen ist ein konkreter Ansprechpartner aber ein Muss. Denn landen diese in Postfächern wie info@ …, können sie leicht verloren gehen. Besser also: Im Vorfeld zum Telefonhörer greifen und den Personaler finden – so bleibt man zudem zusätzlich im Gedächtnis.


FORMULAR


Immer mehr Firmen bieten auf ihren Webseiten Bewerbungs-bögen an. Wer sich sorgfältig durch die Felder klickt, kann eigentlich nichts vergessen. Bevor man loslegt, sollte man al-lerdings die Unterlagen auf dem PC speichern, rät die Arbeits-agentur. So findet man die Dateien leichter beim Hochladen. Sind Felder wie „sonstige Kenntnisse“ oder „sonstige Anga-ben“ vorhanden, sollte man sie nutzen, um besondere Fähig-keiten und Kenntnisse kurz und knackig zu betonen. Laut IHK verschicken einige Unternehmen nach Eingang einer Online-Bewerbung auch Registrierungsbestätigungen. Das heißt aber nicht, dass man schon eine Runde weiter ist. Wer allerdings die aufgeführten Punkte beachtet hat, dürfte auch diese Hürde noch nehmen.


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