Gut zu wissen



GRÖSSERE LÜCKEN IM LEBENSLAUF EHRLICH ERKLÄREN


Wer im Lebenslauf eine Lücke von min-destens sechs Monaten hat, sollte sie in Bewerbungspapieren erklären – und zwar am besten direkt im Lebenslauf. Denn das Anschreiben einer Bewer-bung werde oft erst gelesen, wenn der Lebenslauf passt, erläutert die Karrie-reberaterin Svenja Hofert. Die Erklärung der Lücke sollte dann möglichst ehrlich sein, schließlich müssen sich Bewerber im Ernstfall auch Fragen dazu stellen können. Eine längere Stellensuche fälschlicherweise zur „Weltreise“ zu erklären, ist keine gute Idee.


GESTRECKTE ABSCHLUSSPRÜFUNGEN NEHMEN ZU


Immer mehr Auszubildende machen eine gestreckte Abschlussprüfung. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Im August 2015 gab es danach 56 Ausbildungen, bei denen sich die Abschluss-prüfung in zwei Teile gliedert. Lehrlinge legen dann bereits im Verlauf der Ausbildung eine Prüfung ab, die für die Abschlussnote zählt. Bisher ist es sonst häufig so, dass Azubis zwar eine Zwischenprüfung machen, die aber für die Endnote keine Bedeutung hat. Das neue System wurde 2002 eingeführt. Beim Start waren zehn Ausbildungen dabei.


MINDERJÄHRIGE AZUBIS HABEN NACH DER
BERUFSSCHULE FREI


Ob Auszubildende nach der Berufsschule noch in den Betrieb müssen, hängt auch von ihrem Alter ab. Viele haben ein- oder zweimal pro Woche Schule. Dann gilt der Grundsatz, dass Minderjährige danach in der Regel frei haben, erklärt Sarah Persicke von der Handelskammer Hamburg. Das gilt, wenn sie mehr als fünf Stunden Unterricht von jeweils mindestens 45 Minuten hatten. Volljährige Azubis kann der Arbeitgeber dagegen noch einmal einbestellen. Dabei muss er sich an die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes halten. Die Zeit im Betrieb und in der Schule darf zusammen acht oder maximal zehn Stun-den am Tag nicht überschreiten.


PRAKTIKUM IM AUSLAND HABEN STUDENTEN RECHT AUF MINDESTLOHN


Studenten können bei einem Auslands-Praktikum Anspruch auf den Mindest-lohn haben. Entscheidend ist, ob der Vertrag nach deutschem Recht verein-bart wurde. Darauf weist das Bundes-arbeitsministerium hin. Die Frage stellt sich zum Beispiel, wenn ein Maschinen-bau-Student bei einem deutschen Autobauer an dessen Standort in China hospitiert.
Wer das Praktikum freiwillig absolviert, und der Vertrag wurde nach deutschem Recht vereinbart, hat vom ersten Tag an Anspruch auf den Mindestlohn. Handelt es sich dagegen um ein Pflichtprakti-kum im Rahmen des Studiums ist eine Bezahlung kein Muss.


JUGENDLICHE UNTER 18 MÜSSEN VOR DER AUSBILDUNG ZUR ERSTUNTERSUCHUNG


Sind angehende Auszubildende noch keine 18 Jahre alt, müssen sie vor dem Start der Lehre zur Erstuntersuchung. Ein Mediziner prüft, ob der Jugendliche gesundheitlich für die Ausbildung geeignet ist, berichtet die Arbeitnehmerkammer Bremen in ihrem Magazin (Ausgabe 6/2016). Die Ergebnisse der Untersuchung bekommen hinterher nur der Jugendli-che und seine Eltern – der Arbeitgeber erhält lediglich eine Bescheinigung, ob der Jugendliche geeignet ist oder nicht. Am Ende des ersten Ausbildungsjahres steht dann noch einmal eine Nachuntersuchung an.


VORTRAG HALTEN: AZUBIS SOLLTEN VOR FAMILIE ÜBEN


Als Auszubildender fällt es einem oft schwer, vor den versammelten Kollegen zu sprechen. Leichter wird das durch eine gute Vorbereitung: Wer weiß, worüber er vor einer Gruppe sprechen soll, geht den Vortrag am besten gedanklich einmal durch und macht sich ein paar Notizen, rät die Industrie- und Handelskam-mer. Es kann auch helfen, den Vortrag erst einmal probeweise vor vertrauten Menschen wie der Familie zu halten. Wenn es dort klappt, wird es auch vor den Kollegen leichterfallen. Mitunter ergibt auch eine Videoaufzeichnung Sinn: Wer sich selbst beim Vortrag einmal anschauen kann, sieht, wie er wirkt.


WANN AUSZUBILDENDE UND STUDIERENDE FAHRTKOSTEN ABSETZEN KÖNNEN


Auszubildende können Aufwendungen für ihre Ausbil-dung als Werbungskosten beim Finanzamt angeben. Das gilt auch für Studierende, die bereits einen beruf-lichen Abschluss haben – sich also in einer Zweitaus-bildung befinden. Darauf macht der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin aufmerksam. Bei Studierenden in Erstausbildung ist die Sache anders: Sie erhalten in der Regel einen vorläufigen Steuerbe-scheid – denn bislang ist strittig, ob sie die Ausgaben als Werbungskosten absetzen dürfen.
Neben Kosten für Bildungsmaterialien und Berufs-kleidung, können unter bestimmten Voraussetzungen auch die Fahrtkosten abgerechnet werden, die bei Aus-wärtstätigkeiten anfallen. Entscheidend dabei ist, wer für das Auto zahlt. Denn: Wenn die die Eltern Steuern und Versicherungsbeiträge für den Wagen überneh-men, können die Kinder die Kosten nicht beim Fiskus abrechnen.


PROBLEME IN BETRIEB ODER SCHULE: ASSISTIERTE AUSBILDUNG KANN HELFEN


Manche Auszubildende sind fachlich gut – haben aber vielleicht Probleme in Bereichen wie Organisation oder Kommunikation. Betrieben und Jugendlichen kann dann mitunter die sogenannte assistierte Ausbildung helfen, erläutert die Agentur für Arbeit in Suhl. Dabei könnten Azubis beispielsweise während ihrer betrieblichen Ausbildung von einem Sozialpädagogen betreut werden oder an Förderunterricht teilnehmen. Informationen dazu gibt es bei der zuständigen Arbeitsagentur.


ANTRAG AUF BERUFSAUSBILDUNGS-BEIHILFE VOR LEHRE STELLEN


Jugendliche sollten ihren Antrag auf Berufsausbildungsbei hilfe (BAB) vor dem Start ihrer Lehre stellen. Denn die staatliche Unterstützung wird nicht rückwirkend gezahlt. Darauf weist die Arbeitsagentur Suhl hin. Einen Anspruch auf BAB haben zum Beispiel Jugendliche, die während ihrer Ausbildung nicht bei ihren Eltern wohnen, weil der Betrieb zu weit entfernt ist. In vielen Fällen reicht das Lehrlingsentgelt dann nicht, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.


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