Endlich raus von zu Hause



Wer bei den Eltern auszieht, muss vorher einiges  bedenken. Wie man sich auf die erste eigene Wohnung vorbereitet.


Zu studieren bedeutet für viele, zum ersten Mal das Elternhaus zu verlassen und auf eigenen Füßen zu stehen. Doch der Weg in die Selbstständigkeit kann sich schnell als steinig erweisen, und oft kann es passieren, dass unüberlegte Entscheidungen getroffen werden – etwa versteht man sich nicht mit dem WGPartner, fühlt sich in der neuen Umgebung unwohl, oder stellt erst einige Wochen nach dem Einzug Mängel in der Wohnung fest. Daher ist es wichtig, sich bereits vor dem Auszug bewusst zu machen, welche Vor- und Nachteile eine eigene Wohnung mit sich bringt. Diese Fragen sollte man im Vorfeld klären. Bin ich überhaupt schon bereit für den Auszug?

Zuerst sollte man sich überlegen, ob man es sich wirklich zutraut, auszuziehen. Immerhin ist das Verlassen des Elternhauses ein großer Schritt im Leben eines jungen Erwachsenen. Dazu gehört eine ordentliche Portion an Organisationstalent – und an Geld.


Was ist der Vorteil einer eigenen Wohnung?


Trotz der Verantwortung, die das Leben ohne Eltern mit sich bringt, ist der Auszug doch ein wichtiger Bestandteil im Leben eines jungen Erwachsenen. Eine eigene Wohnung fördert die Selbstständigkeit – oft gilt hier das Motto „Learning by Doing“. „Zu Beginn war für mich das große Problem, dass ich weit weg von meiner Familie und auf mich alleingestellt war“, erinnert sich Masterstudentin Julia Renner an ihre erste Zeit im Studentenwohnheim zurück. „Ich habe zwar finanzielle Unterstützung von ihnen bekommen, war aber plötzlich gezwungen, auf eigenen Beinen zu stehen, meine Zeit selbst einzuteilen und mich um organisatorische Sachen zu kümmern, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren. Das kann gleichzeitig ein Vor- und Nachteil sein, aber man lernt daraus.“ Oft nimmt man so also viele Arbeiten, die einem beim Leben zu Hause oft von den Eltern abgenommen wurden, viel bewusster wahr. Auch lernt man, mit seinem Geld zu haushalten: Das beginnt bei Miete und Strom, geht weiter bei den alltäglichen Kosten für Lebensmittel und Extras wie Kleidung oder Ausgaben in der Freizeit.


Vorsicht vor versteckten Kosten


Viele bemerken erst im Nachhinein, welche Kosten die eigene Wohnung mit sich bringt – daher ist es wichtig, sich bereits im Voraus über die anstehenden Notwendigkeiten Gedanken zu machen. Oft fallen bei der ersten eigenen Wohnung neben den Standardkosten wie Kaution und Miete nämlich noch zusätzliche Investitionen an, beispielsweise Möbel, Küchengeräte und andere Haushaltsgegenstände. Auszügler sollten deshalb nicht nur ihre Finanzen richtig einschätzen, sondern auch alle Klauseln im Mietvertrag genau.


Plötzlich alles selbst managen


Auch die Selbsteinschätzung spielt beim Auszug eine große Rolle. Bin ich bereit, neben Studium und eventuellem Nebenjob zusätzlich die Arbeiten im Haushalt zu übernehmen? Kann ich meine Finanzen richtig kalkulieren? Was mache ich im Falle von Krankheit oder Unfällen? Nicht selten passiert es, dass sich junge Studenten übereifrig in die eigene Wohnung stürzen und nach wenigen Wochen feststellen, dass sie dem Leben alleine noch nicht gewachsen sind. Dann gilt es, sich mit Kündigungsfristen herumzuschlagen, einen Nachmieter zu organisieren und sich um die Rückzahlung der Kaution zu kümmern. Wer seine Fähigkeiten realistisch einschätzt, kann diese zusätzlichen Belastungen vermeiden.


Neue soziale Kontakte


Erst wenn man auf sich alleine gestellt ist, ist es möglich, wirklich Verantwortung zu lernen – und dabei sollte man keine Angst haben, auch mal Fehler zu machen. Im Gegenteil: Das Leben abseits von zu Hause bietet die Chance für neue soziale Kontakte innerhalb und außerhalb der Uni. Im Austausch mit anderen Studierenden wird man schnell feststellen, dass man nicht alleine mit seiner anfänglichen Unsicherheit ist – für viele Studierende werden ihre Kommilitonen so zu einer Art Ersatzfamilie, in der man sich gegenseitig unterstützt. Auch Julia kann von ähnlichen Erfahrungen berichten: „Ich musste mir hier über die Uni ein komplett neues Umfeld aufbauen, mit neuen Gesichtern, und deren Einstellung und geistige Reife hat mir sehr geholfen. Das sind dann die Leute, die einem auch mal in den Allerwertesten treten, wenn man alleine vor sich dahinvegetiert, und das ist manchmal auch nötig.“

Studentenwerk hilft weiter

Die erste eigene Wohnung bringt eine große Verantwortung, aber auch genauso viele wertvolle Erfahrungen mit sich. Im Falle von Unsicherheiten können sich alleinlebende Studierende jederzeit an ihr örtliches Studentenwerk wenden – dort gibt es spezielle Beratungsstellen zum studentischen Wohnen, die bei Fragen gerne bereit stehen.

Interessiert? Hier steht das komplette Dokument zum Nachlesen zur Verfügung.

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