RECHTE UND PFLICHTEN ALS AZUBI



Morgens schon wieder die Bahn verpasst, zu spät im Büro und dann erstmal Kaffee kochen für den Chef? So sollte eine Berufsausbildung eigentlich nicht aussehen. Denn die Rechte und Pflichten von Azubis sind klar geregelt, zum Beispiel im Berufsbildungsgesetz (BBiG), in der Handwerksordnung und im Jugendarbeitsschutzgesetz.

Von Mona Contzen


Rechte


Auszubildende bekommen eine angemessene, monatliche Vergütung, deren Höhe im Ausbildungsvertrag festgelegt ist. Hier steht auch die Dauer von Arbeitszeit, Probezeit und Urlaub (je nach Alter zwischen 24 und 30 Tage). Außerdem muss der Betrieb den Azubi für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an anderen Ausbildungsmaßnahmen von der Arbeit freistellen.

Klar kann man schon mal für die Kollegen Kaffee kochen, eine billige Hilfskraft ist ein Azubi aber nicht. Aufgaben, die mit der Berufsausbildung nichts zu tun haben, müssen Lehrlinge nicht erledigen. Wichtig ist das Ausbildungsziel: Ein Azubi hat das Recht, dass ihm alles beigebracht wird, was er in seinem späteren Beruf können und wissen muss. Deshalb muss der Betrieb auch kostenlose Ausbildungsmittel wie Werkzeuge oder eine Sicherheitsausrüstung stellen und dem Azubi am Ende der Ausbildung ein Zeugnis aushändigen.

Auslandserfahrung ist in vielen Berufen gefragt. Seit 2005 dürfen Azubis deshalb einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren. Wichtig ist, dies im Ausbildungs- oder einem Änderungsvertrag festzuhalten. Ist der Arbeitgeber dagegen, besteht kein Rechtsanspruch auf den Auslandseinsatz. Auch kann die Lehrzeit bei einem Ausbildungsplatzwechsel, guten Leistungen und je nach Schulabschluss verkürzt werden – um ein halbes Jahr bei einem Realschulabschluss, maximal ein Jahr bei Abitur und bis zu zwei Jahre bei Fachhochschulreife. Die Schreinerlehre ist doch nicht das richtige? Mit einer Frist von vier Wochen können Azubis ihr Ausbildungsverhältnis kündigen. In anderen Fällen kann die Jugend- und Auszubildendenvertretung helfen. Die tritt für die Interessen der Azubis ein und muss gewählt werden, wenn ein Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer unter 18 Jahren bzw. Azubis unter 25 Jahren beschäftigt.


Pflichten


Die größte Pflicht des Auszubildenden ist die Lernpflicht: Er muss sich nach Kräften bemühen, den gewählten Beruf zu erlernen und seine Aufgaben sorgfältig auszuführen. Auch muss er an allen Ausbildungsmaßnahmen, für die er freigestellt wird, teilnehmen. Jeder ist mal krank, wichtig ist aber, Bescheid zu sagen. Wer nicht zur Arbeit erscheinen kann, muss sich am ersten Krankheitstag in der Berufsschule und im Betrieb abmelden. Spätestens am dritten Tag muss ein Attest vom Arzt her. Auch wer nicht pünktlich zur Arbeit kommt, kann theoretisch mit einer Abmahnung bestraft werden.

In Unternehmen gibt es Regeln, an die sich alle halten müssen: Die Betriebsordnung kann beispielsweise ein Rauchverbot beinhalten oder die Anordnung, Schutzkleidung zu tragen. Werkzeuge und anderes Betriebseigentum müssen pfleglich behandelt werden, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse muss der Azubi Stillschweigen bewahren – schlimmstenfalls drohen sonst Entschädigungszahlungen oder sogar die Kündigung. Grundsätzlich gilt: Der Ausbilder hat das Sagen, seinen Weisungen muss ein Azubi folgen. Unzulässig sind jedoch Arbeiten, die körperlich zu schwer oder zu gefährlich sind.


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